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Mein erster Arbeitsschritt war das Entfernen der Originalfahrwerksaufnahmen. Mit mittlerem Kraftaufwand kann man die Kunststoffteile von der Fläche abziehen. Ein 5 mm Sperrholzbrettchen soll das neue Einziehfahrwerk sicher in Position halten.

Mit dem Oberfräsenaufsatz meines Dremels fräste ich die erforderliche Tiefe in die Fläche.

Mein Einziehfahrwerk stammt von Conrad und wird unter dem Namen Reely angeboten. Es besteht aus Hauptfahrwerk und lenkbarem Bugfahrwerk. Zwei 9 Gramm Servos mit Metallgetriebe und 1,8 kg Stellkraft von Flightline/Horizon sollen das Fahrwerk ein- und ausfahren. Dazu noch etwas Kleinkram, wie Gestänge, Y-Kabel, usw.

Tragfläche und Sperrholzbrettchen werden weiter bearbeitet, um so das Fahrwerk nach und nach einzupassen.



Nun nehmen wir uns die Radschächte vor. Mit dem Fräser entferne ich grob den Schaum und mit einer selbst angefertigten Schleifscheibe im passenden Durchmesser (Sperrholzbrett mit aufgeklebten Schleifpapier am Aufspanndorn) wir geglättet. Am besten wird das Resultat, wenn man ein ein wenig fräst und zwischendurch immer wieder glättet.
Vor dem Fräsen stellt man sicher, daß die Räder exakt gegenüber liegen. Mit einem Stift markiert man den Arbeitsbereich.



Auf der Oberseite der Tragfläche wird eine Aussparung für das Servo gefräst. Zwei eingeharzte Brettchen ermöglichen eine Verschraubung des Servos. Für das Gestänge braucht es einen Kanal zu den Fahrwerken. Jetzt noch die Brettchen einharzen, und das Fahrwerk montieren. Auf dem Foto erkennt man, daß ich noch ein zusätliches Brettchen angeleimt habe.


Die eingeharzten und silber lackierten Brettchen mit den Kanälen für die Anlenkung.

Das fertig eingebaute Hauptfahrwerk.

Rund 4 Stunden sind bis jetzt vergangen. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit dem Bugfahrwerk. |
Weiter geht’s mit dem Bugfahrwerk. Um es gleich vorweg zu nehmen, hier handelt es sich um die größere Herausforderung.
Ich wollte es unbedingt vermeiden, dass der Fahrwerksschacht in die Tragfläche hineinläuft und somit die Tragflächenverschraubung versetzt werden muss. Eine Bugfahrwerksaufnahme unter dem Motor musste konstruiert werden und zwar so, dass es den Belastungen standhält. Da ich im Web schon von einer derartigen Lösung gelesen habe und es funktionierte, machte ich mich an die Arbeit, aus meinem 5 mm Sperrholz eine Aufnahme anzufertigen.

Zwei Seitenteile mit Nut und ein Brettchen wurden angefertigt.


Aus dem Brandschott wird etwas Material gefräst, um dem Bugfahrwerk und den Anlenkungen Platz zu machen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich leider übersehen, dass der Draht für die Lenkung eine Führung braucht. Diese hätte ich in das Brandschott einarbeiten können, habe es aber zu weit ausgefräst.
Das Holzpodest für das Bugfahrwerk ist bis jetzt provisorisch mit einer Schraube fixiert. Erst nach dem Anpassen des Fahrwerks wird es endgültig verklebt.

Mit einem scharfen Skalpell habe ich vorsichtig den Fahrwerksschacht herausgeschnitten.

Hier erkennt man die nachträglich eingeharzte Führung für das Lenkgestänge. Sie verhindert ein unerwünschtes Wandern des Gelenks, welches das Bugrad mit dem Lenkgestänge verbindet. Dieses Gelenk sorgt auch dafür, dass im eingefahrenen Zustand das Lenkgestänge entkoppelt wird, da ja das Seitenruder auch am selben Servo hängt. Wenn das Fahrwerk eingezogen ist, kann das Gelenk auf der länglichen Welle ohne Lenkbewegung vor und zurück wandern.
Ist alles angepasst und die Anlenkungen korrekt abgelängt, wird es Zeit, die Holzkonstruktion festzukleben. Den Kunststoff des Brandschotts habe ich aufgeraut um für das Kunstharz die bestmögliche Kontaktfläche zu schaffen. Ich habe mich für ein 2K Harz entschieden, welches mehrere Stunden zum Aushärten braucht.

Bis jetzt ging es noch recht gut voran. Schaut doch schon ganz gut aus. Oder?
Kümmern wir uns nun um das zweite Servo, welches das Bugrad aus- und einfahren soll. Dazu habe ich wieder ein Brettchen in den Innenraum geklebt um das Servo ver-schrauben zu können.

Das Lenkgestänge wird mit dem Seitenruder-servo verbunden und der Draht, der das Einziehfahrwerk anlenkt mit dem neu eingebauten Servo. Die Kunst besteht nun darin, den Draht so zu biegen, dass sich möglichst leichtgängig das Bugfahrwerk aus- und einfahren lässt. Das Servohorn muss in der Länge so gewählt werden, dass es das Fahrwerk vollständig aus- und einfährt und verriegelt. Bei meiner Anlage sind die beiden Servos für Haupt- und Bugfahrwerk am selben Kanal. Mir fehlt somit die Möglichkeit, die Servos getrennt zu programmieren. Dieser Teil des Anpassens hat die meiste Zeit verschlungen. Wenn es nicht klappt, muss ein zweiter Kanal verwendet werden. Bei meiner Spektrum DX6i wäre es mit einem Mischer von Gear auf Aux möglich gewesen. Aber ich hätte ein zweites Servo Delay Modul gebraucht, um bei beiden Servos die Geschwindigkeit zu verlangsamen. Ist diese Hürde endlich genommen, kann man das Ein- und Ausfahren des Landestells endlich zum ersten Mal genießen!

Alle kommenden Arbeiten dienen der Remontage und dem kosmetischen Zweck. Ich habe die Fahrwerksbeine weiß lackiert und die helle Fahrwerksaufnahme schwarz. Die Kabel müssen natürlich noch sauber verlegt werden.

Fast fertig. Nur Motorhaube und Propeller müssen noch montiert werden.


Alle Arbeiten abgeschlossen.

Um dem Fahrwerk nun den „Fliegen-klatscheneffekt“ zu nehmen, habe ich als i-Tüpfelchen ein Servo Delay Modul eingebaut.

Es ermöglicht eine stufenlose Servoverzögerung bis ca. 13 Sekunden. Ich habe knapp 3 Sekunden eingestellt.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachbauen und „many happy landings!“
Hier noch ein Video: T-28D Trojan with retracts |