Irritierend! Anders kann man es nicht ausdrücken. Da fährt man zu einem Heli-Treffen um sein lang erwarteten RIGID vom Hersteller Jan Henseleit persönlich zu erhalten und dann erhält man eine große Tüte mit der Haube, den CFK-Seitenplatten und V‑Stabi 4.0 OEM und eine kleine, aber schwere Schachtel. Aber Jan hat recht: Mehr braucht es nicht zu einem fantastischen Heli, aber dazu mehr in diesem Bericht. Alles fing im Februar 2009 damit an, dass in einem Online-Forum für RC-Helis ein unscharfes Video eines vorbeifliegenden Etwas zu sehen war (
http://www.youtube.com/watch?v=jHa2iS7HbCw). Wobei „fliegen“ leicht untertrieben war; dieses Etwas donnerte in einem Affenzahn vorbei. Das anschließende Gekicher des Kameramanns trug weiter dazu bei, dass eine kleine Hysterie unter den Fans von Jan Henseleits „Machwerken“begann. Noch bevor irgendwelche Fotos, techn. Informationen oder ein Preis veröffentlicht wurden, wurde dieses Etwas einfach bestellt. Der etwas später veröffentlichte Preis ist durchaus angemessen: Mechanik 888,-€, Mechanik plus V‑Stabi 4.0 1.260,-€
Ein langes Warten begann, das von der Henseleit-Mannschaft immer wieder mit einigen Video- und Informationshäppchen versüßt wurde bis endlich die erste Charge im Mai ausgeliefert wurde. Einer dieser Häppchen ist das Handbuch zum RIGID. Es wird über die Firmenseite von Henseleit-Helicopters (
http://www.henseleit-helicopters.de ca. 24 MB) als PDF-Datei herunter geladen. Zum Betrachten der PDF-Datei ist der Adobe Reader nötig. Die einzelnen Baustufen können nach dem Öffnen der PDF-Datei angeklickt werden. Als Besonderheit können die technischen Darstellungen auch als 3D-Animationen gezeigt werden, die dem Betrachter unmissverständlich alle Arbeitsgänge vorführt. Ebenso kann auch jedes Einzelteil (mit Ersatzteilnummer) in seiner Einbausituation studiert werden. Trotzdem stecken viele wichtige Details im Text versteckt. Gegenüber einem herkömmlichen gedruckten Handbuch, ist diese Art der Präsentation der Montagedurchgänge aller Baustufen eine deutliche Erleichterung.
Der Bausatz:
Kommen wir zum eigentlichen Bausatz, den ich zum Heli-Vatertags-Fliegen in Heidelberg persönlich von Jan Henseleit abholte. Irritierend war es schon die sehr übersichtliche Anzahl der Teile nun selbst in der Hand zu halten, aber so ganz trocken hat Jan den Bausatz ja nicht überreicht. Eine ganze Litanei von Tipps prasselten 10 Minuten auf mich ein und so etwa die Hälfte davon habe ich mir auch merken können. Der verwöhnte Fertigbausatz-Heliflieger wird seine liebe Not haben, denn es gibt nur wenige vormontierte Baugruppen. Lediglich die Blatthalter mit Anlenkung, das Kegelrad der Zwischenwelle und beide Kegelradlager der Heckantriebswelle finden sich fertig in der Bauteileschachtel. Alle restlichen Einzelteile sind in mehreren fein säuberlich beschrifteten Baugruppentütchen.
Zum Zusammenbau wird neben dem üblichen Werkzeug für 90er-Modelle auch noch folgendes benötigt:
· 2x 4mm-Innensechskant
· 7er‑Maulschlüssel
· 5,5er‑Steck- oder Maulschlüssel
· Messschieber (Schieblehre)
· UHU Plus ‑ Endfest (sehr wenig)
· Fühlerlehre und Zeitungspapier
· Wärmeleitkleber für Kühlkörper des Drehzahlreglers
· Etwas sehr gut haftendes Fett und etwas Öl
· Heißklebepistole
Die Reihenfolge des Zusammenbaus ist zwar vorgegeben, aber die folgende scheint mir sinnvoller, da gerade die Klebungen dann genügend Zeit haben auszuhärten:
· Kleben: Heckstreben kleben
Heckanlenkgestänge kleben
Kühlkörper auf Regler kleben
· An allen CFK-Teilen die Kanten entgraten und Haube ausschneiden (im Keller oder auf dem Balkon). Danach alles abwaschen um Kohlenstaub loszuwerden
· BG 4: Rotorwelleneinheit
· BG 5: Zwischenwelleneinheit
· BG 8: Heckausleger ohne Heckrotor aber mit Führung
· BG 2: Chassisoberteil, Getriebespieleinstellung, Chassisunterteil
· BG 1: Rotorkopf (noch ohne Blätter)
· BG 9: Heckgetriebe
· BG 8: Heckrotor (noch ohne Blätter)
· BG 7: Einbau E‑Motor
· RC-Vorbereitung insbesondere Servomitte vor dem Einbau der Servos
· BG 6: Anlenkung und Servobefestigung
· Einbau Elektronik
· Haube kleben
· Einstellen und Justieren inkl. V‑Stabi-Setup
Folgende Zeiten kann man sich als grobe Vorgabe setzen
1. Tag
- 10:30 - 15:30
- Heli vom Hersteller selbst abholen und noch ein paar Tipps bekommen (Ritzelfrage bei 10S, Haube vorne ausschneiden) und noch mit ein paar Leuten auf dem Heli-Treffen Vatertag 2009 bei Heidelberg reden
- 17:00 – 24:00 Uhr
- Chassis und viele Tütchen
2.Tag
- 10:00 – 12:00 Uhr
- Elektronik
- 12:00 – 13:00 Uhr
- Rotorkopf und V‑Stabi einstellen und alles 3mal überprüfen!
- 14:00 – 15:00 Uhr
- Haube neben der Badewanne „lackieren“
- 15:00 - ??
- Das Ergebnis bewundern und dich selbst von deiner Besten loben lassen.
Insgesamt hat man also etwa 12 Stunden gemütliche Bauzeit vor sich, aber eigentlich ist es schade, dass es so kurz ist.
Beginnt man nun mit dem Bau und öffnet die einzelnen Tütchen fällt gleich auf das alle Aluminiumteile eine feine samtartige satinierte Oberfläche aufweisen und alle Teile passen „satt“ in einander; Nacharbeiten ist nirgends nötig und ein Zeichen für die sorgfältige Fertigung. In der Bauanleitung ist alles sehr genau beschrieben und muss auch unbedingt gelesen werden, da sich sonst eklatante Baufehler einschleichen. So kann ich mich hier auf Besonderheiten und kleine Tipps zum Zusammenbau beschränken.